Freitag, 25.11.2011

Die Kanaloplastik ist definiert als eine Kombination aus Entdachung des Schlemm‘schen Kanals, Erzeugung eines Trabekelwerk-Descemet-Fensters, 360-Grad-Viskodilatation des Kanals und Legen einer zirkumferentiellen Naht, durch die Spannung auf das Trabekelmaschenwerk gebracht wird. Verfahren, die nicht ALLE diese Elemente einschließen, sind keine Kanaloplastik, wie sie in der wissenschaftlichen und klinischen Literatur definiert ist.

Dieses Verfahren wurde vor allem deswegen rasch aufgegriffen, weil es die einzige Glaukombehandlung ist, die alle drei Problembereiche des Kammerwasserabflusses anspricht, also 1) Pathologie des Trabekelmaschenwerks, 2) einen möglichen Kollaps des Schlemm’schen Kanals und 3) Kollaps bzw. Atrophie der Kollektorkanäle, um den Druck mit minimalen Komplikationen zu senken. Bei der Kanaloplastik geht es um die Wiederherstellung der physiologischen Abflussvorgänge.

In der Vergangenheit tendierte man zwar dazu sich auf das Trabekelmaschenwerk als Ursache des hohen IOD zu konzentrieren, doch die Kanaloplastik behebt dieses Problem UND erzeugt zusätzlich auch einen zirkulären Abfluss durch 360-Grad-Dilatation und Spannnaht. Zur Behandlung der kollabierten oder atrophierten Kollektorkanäle muss man das gesamte Abflusssystem behandeln.
Hochauflösende Ultraschallbildgebung nach der Kanaloplastik zeigt, dass die Injektion eines Viskoelastikums die Ostien und einen Teil der Kollektorkanäle vergrößert, sodass die beeinträchtigten distalen Abflusssysteme wieder ordnungsgemäß funktionieren können.

Wenn eine neue Therapie eingeführt wird, sollte es immer eine ausführliche Debatte über die Hintergründe, die Daten und das Potenzial zur Verbesserung im Vergleich zu bestehenden Therapien geben. Die Kanaloplastik hat sich dieser Prüfung gestellt und bestanden. Sie hat sich als sicher und wirksam erwiesen, was in zahlreichen Peer-Review-Zeitschriften belegt ist.
Sie können Ihren Patienten ein verlässliches Ergebnis bieten, indem Sie die erprobten, sicheren und wirksamen Schritte des Verfahrens einhalten. Wenn die Kanaloplastik ordnungsgemäß durchgeführt wird, funktioniert sie bei allen Chirurgen und kann den Patienten eine dauerhafte Kontrolle ihres IOD mit signifikant reduziertem Medikationsbedarf bieten. Patienten berichten von einer besseren Lebensqualität.

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